Mieses Karma

Was machst du mit einem Problem?

Hast du dich schon einmal gefragt, wie du aus einer Krise heraus kommst? Ich bin da gerade dabei und arbeite noch dran …

Mieses Karma

Wie soll ich einen Beitrag für einen Blog schreiben, der „sei-positiv“ heißt, wenn ich gerade mieses Karma habe?

Kennst du das?  Wenn ich erst einmal anfange zu jammern, dann höre ich nicht mehr auf. Nichts funktioniert gerade.

Wo soll ich anfangen? Meine Tochter schläft nicht. Tagsüber ist sie das entspannteste Baby überhaupt. Sie läuft so mit. Aber in der Nacht komme ich nicht zum Schlafen. Vielleicht läuft deshalb alles schief.

Neulich habe ich so geparkt, dass der Bus nicht durchgekommen ist. Bis man mich ausfindig gemacht hat, hat es wohl über eine halbe Stunde gedauert. In meinen Augen habe ich geparkt wie immer – da ist auch kein Halteverbot oder so etwas. Der Busfahrer war einfach der Meinung er kommt an meinem Auto nicht vorbei. Die ganze Straße dahinter war voll mit Autos. Und dann pöbelt mich der Busfahrer noch an: „Ich zeige Sie an!“ Sämtliche Insassen des Busses haben mir beleidigende Gesten geschenkt. Das war so ein Moment: „Wieso passiert mir das? Wieso so ein Mist?

In der Verwandtschaft gibt es diverse Probleme bei denen ich zur Hilfe geholt werde und erwartet wird, dass ich einspringe. Mein kleiner Sohn hat ständig irgendwelche Verletzungen und muss gepflegt werden. Außerdem ist mein Mann total genervt von seinem Job. An dieser Stelle höre ich mal auf, da könnte ich noch eine Weile weitermachen und mich reinsteigern

Alles ist blöd

Positiv zu sein, fällt mir gerade schwer. Ich habe das Gefühl das Leben legt ein großes dunkles Tuch über mich und egal wieviel ich lächle und affirmiere, es läuft trotzdem nicht rund.

Das Wetter trägt noch dazu bei, dass meine Laune sich nicht sonderlich hebt. Dieser ständige Dauerregen und Sturm unterstützt das Gefühl von „alles ist blöd“ noch. So richtig reinsteigern in die Probleme und mich selbst runterziehen, da gerate ich rein.

Was macht man mit einem Problem?

Dann fällt mir ein, dass es da dieses Kinderbuch von Kobi Yamada gibt: „Was macht man mit einem Problem?“

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Die Geschichte handelt von einem Jungen, der eines Tages ein Problem hat und sich immer mehr Sorgen um dieses Problem macht. Er versucht es zu ignorieren oder diesem aus dem Weg zu gehen, aber es wird immer größer.

Dann begreift der Junge, dass er das Problem angreifen muss, sonst wird es nicht weggehen. Letzten Endes entdeckt der Junge dabei, dass das Problem nicht so übel war wie gedacht und entdeckt das Geheimnis von Problemen: „Jedes Problem birgt eine Chance für etwas Gutes. Man muss nur danach suchen.“

​Was ist dein Lebensthema?

Das große Lebensthema für mich ist, dass ich zu viel mache. Ich möchte überall dabei sein. Vielleicht ist es manchmal die Sorge etwas zu verpassen. Ich möchte jedem helfen.

 Ja, ich habe definitiv ein Helfersyndrom und ich kann ganz schlecht „Nein“ sagen. Das ist eine Übungssache. Beim Nein-Sagen ist es genau wie mit dem Sport. Wenn ich keinen Sport mache, werden die Muskeln schlapp und müde. Wenn ich das Nein-Sagen nicht trainiere, wird das Nein schlapp und müde. Dann lande ich immer wieder beim „Ja, ich schaff das schon irgendwie“. Also, muss ich mir das wieder bewusst machen, denn eigentlich weiß ich das.

Wieviel „eigentlich“ hast du im Leben?

Martin Wehrle hat eine Anleitung zu geschrieben: Sei einzig, nicht artig!: So sagen Sie nie mehr ja, wenn Sie nein sagen wollen.

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Viele Menschen denken da wahrscheinlich so wie ich: „Ich will bloß nett sein.“ Das ist wirklich nicht immer die Lösung und führt dann zu eigenen Problemen: Zeitmangel und Stress. Da habe ich keine Lust drauf. Ich möchte mein Leben selbstbestimmen.

Selbstbestimmung

Weder ein Problem noch die Anfragen meiner Umgebung sollen mein Leben bestimmen. Ich möchte mein Leben selbst in der Hand haben und gestalten.

Das ist manchmal nicht so einfach und wie du gerade liest, bin ich voll überrollt worden von meinen Problemen, dem Leben und meinen Mitmenschen. Denn das, was ich am Anfang beschrieben habe, ist nichts Anderes.

Und, was mache ich da?

Tja, ich habe vor einiger Zeit ein Programm geschrieben, in dem ich erkläre, wie du dein Leben in den Griff bekommen und selbstbestimmt leben kannst. Nachdem ich jetzt ein paar Wochen vor mich hingeölt habe und mich im Selbstmitleid gesuhlt habe, ist mir das eingefallen.

Tja, manchmal liegt die Lösung so nahe. Ich habe mir mein Programm vorgenommen und das, was ich sonst anderen empfehle selbst durchgeführt. Mir geht es schon wieder besser, ich arbeite noch dran. Denn es ist nicht in ein paar Tagen getan, so eine Krise zu bewältigen.

Auge in Auge

Annett Luisan hat mal gesungen: Ich brauche mein Problem … geh mir weg mit einer Lösung!​ Das ist natürlich auch ein Weg. Sich in das Problem hineinsteigern und es zu einem Teil des Lebens zu machen.

Ich könnte allen Leuten in meiner Umgebung erzählen, wie schlecht es mir gerade geht und mir Mitleid holen. Das brauche ich ja nicht, dafür habe ich einen Blog. Manche Menschen brauchen das.

Nein! Das ist kein Weg für mich. Ich möchte eine Lösung für mein Problem.

Also, überlege ich mir, wie ich mein Problem angehen kann. Wie in dem Bilderbuch schaue ich meinem Problem ins Auge. Ich nehme mir Stift und Papier und notiere mir, was mich gerade beschäftigt. Ich versuche Ordnung in meinen Kopf zu bekommen. Die Gedanken spielen da wild Ping-Pong miteinander.

Mindmapping hilft

Für mich ist die richtige Methode Mindmapping. Hier gibt es eine Erklärung: ​MINDMAPPING

Dann male und schreibe ich alles auf, umso mehr ich meine Gedanken visualisiere, umso besser geht es mir. Auch, wenn sich in der Realität nichts an meiner Situation geändert hat, geht es mir besser.

Einige Dinge sehe ich jetzt klarer. Es entstehen Gedanken, was ich in bestimmten Situationen machen kann, wie ich mehr Ruhe in meinen Alltag bringe. In unserer Challenge bekommst du Anregungen und Anleitungen deine Probleme und Gedanken anzugehen. Und, es ist nichts, was du einmal im Leben machst und dann läuft das Leben auf Dauer gut.

Das Leben läuft nicht immer rund …

Leider ist das so, dass das Leben nicht immer rund läuft. Und, auch wenn ich oft anderen Menschen dabei helfe, dass sie schwierige Phasen in ihrem Leben überwinden, geht es mir nicht immer gut.

Ehrlich gesagt, fände ich das auch sehr unglaubwürdig. Wie kann ich Ratsuchenden helfen Krisen zu bewältigen, wenn ich gar nicht weiß, was eine Krise ist? Ich sehe das schon so, dass es manchmal schlecht läuft, damit ich das Leben danach wieder genießen kann. Vielleicht brauche ich gerade diese schlechte Phase, um meinen Fokus auf andere Dinge zu setzen – meine Perspektive zu ändern. Ich bin mir derzeit noch nicht im Klaren darüber, welche Chance mir gerade eröffnet wird, aber das wird noch kommen.

Die Chance

Eine Chance ist eine günstige Gelegenheit etwas zu erreichen. Manchmal übersehen wir unsere Chance, da sie in einem Problem daherkommt. Das sind die Gelegenheiten bei denen wir nur das Problem betrachten und es uns wie eine dunkle Gewitterwolke begleitet. Das macht das Leben schwer.

In dem Kinderbuch von Kobi Yamada illustriert Mae Besom dies mit einer riesengroßen dunklen Gewitterfront, die den kleinen Jungen begleitet. Dieses Gefühl kann ich nachvollziehen. Dennoch ist es wichtig, dass du dich nicht von der Gewitterwolke bestimmen lässt, sondern sie dir genau ansiehst, um die Chance zu sehen, die sich daraus ergibt.

Kürzlich hatte ich eine Beratung - der Ratsuchende kam in Begleitung einer enorm großen Gewitterwolke. Wir haben einige Dinge sortiert und die Probleme zusammen angesehen. Nach einiger Zeit haben sich ein paar neue Optionen für ihn ergeben. Die Gewitterwolke hat sich gelichtet, es ist nicht mehr so bedrückend für ihn und er kann wieder denken – weiter denken.

Es kann total gut tun sich Hilfe bei jemandem zu holen, um sich die Gewitterwolke nicht allein ansehen zu müssen. Manche Gewitterwolken sind zu stark, als das du allein die Kraft findest in sie hineinzusehen. An dieser Stelle brauchst du einen Coach, Therapeuten oder Berater, um die Chance zu finden, die sich hinter deinem Problem verbirgt. Manche Chancen, die sich ergeben, werden dir erst nach langer Zeit deutlich. Dennoch, die Chance liegt irgendwo verborgen.

Der Bumerang

Solltest du deine Gewitterwolke immer nur oberflächlich behandeln, dann kommt sie wie ein Bumerang wieder.

Eine Freundin von mir hatte einen blöden Arbeitgeber, sie hat mit viel Gottvertrauen ab und an kurzfristige Lösungen gefunden, so dass die Gewitterwolke sich für einige Zeit verzogen hat. Allerdings kam sie ständig zurück und in meinem Empfinden mit immer mehr Kraft.

Wir sprachen über nichts anderes mehr, als über ihre berufliche Situation. Ihr Leben war vom Problem dominiert. Die Option den Arbeitgeber zu wechseln, hat sie immer wieder weggeschoben, denn sie hat schon ihr ganzes Leben dort gearbeitet – nur der Chef hat gewechselt.

Erst ein heftiger gesundheitlicher Schlag führte dazu, dass sie eine Lösung gesucht hat, die langfristig eine Änderung und somit eine Verbesserung in ihrem Leben bringt. Seit einiger Zeit arbeitet sie für einen neuen Arbeitgeber und ich freue mich zu sehen, wie es ihr zunehmend besser geht.

Die dunkle Wolke begleitet sie nicht mehr. Manche Menschen müssen es leider erst am Körper spüren, dass sie etwas für ihre Seele tun müssen.

Das Karma

Das Leben ist nicht immer gut …

Ja, manchmal wirft das Leben einem Kieselsteine in den Weg und manchmal große Berge. Wenn ich gedacht habe, das Problem löst sich, wurde das Problem nur noch größer. Allerdings ist das Leben immer weiter gegangen – vielleicht anders als gedacht. Bisher kann ich aber nicht sagen, dass es schlecht ist. Trotz all der Unwägbarkeiten macht das Leben Spaß.

Sei positiv!

Sonja & Ute

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