Ein gutes Leben ist viel Arbeit

Es ist nicht einfach sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Es ist nicht einfach im Leben etwas entscheidend zu verändern.

Niemand hat je behauptet, dass das Leben einfach ist. Und ich bin davon überzeugt, jeder hat sein Päckchen zu tragen.​

Übergewicht, Leben

Gestern habe ich einer Arbeitskollegin aus meinem Leben erzählt und sie sagte ganz erstaunt: „Du hast es gar nicht einfach, das wusste ich gar nicht und dennoch bist du immer so fröhlich. Wie machst du das?“ Meine Antwort dazu ist immer: „Es hat noch keinem geholfen den Kopf in den Sand zu stecken. Und ich habe festgestellt, dass es mit einem Lächeln und Lachen einfacher ist. Jammern hilft keinem.“

Ich arbeite stets und ständig an mir. Auch ich habe schlechte Tage und stelle das Leben in Frageoh ja! Dennoch komme ich immer wieder dahin, dass ich finde: Egal wie anstrengend das Leben auch ist, egal welche Hürden ich gerade überwinden muss – das Leben ist schön und ich habe es in der Hand, ob es Spaß macht.

Ich möchte euch von unserer Freundin erzählen.

Kleine Dinge, die großes verändern

Dies ist die Geschichte einer Frau, die in ihrem Leben alles verändert hat.

Eigentlich hat sie nur ihre Ernährung verändert, aber dies hatte grundlegende Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben. Änderst du einen Teil deines Lebens, ändert sich alles.

Immer wieder kommt Sara in eine abgefahrene Situation: Bekannte erkennen sie nicht mehr wieder. Sara hat in den letzten Jahren mehr als 90 kg abgenommen. Am Anfang ist sie diesen Begegnungen  aus dem Weg gegangen. Jetzt ist sie so weit, dass sie zu sich und ihrem neuen Aussehen steht.

Sara ist stolz auf das, was sie erreicht  - und das zu recht. Denn eine kleine Veränderung in ihrem Leben hat Wirkung auf ihren gesamten Alltag und den weiteren Verlauf ihres Lebens.

Cool, glücklich und dick

Bluthochdruck, Diabetes und dann noch ein Bandscheibenvorfall lösten 2016 den Wendepunkt in Saras Leben aus. Obwohl – vielleicht war es auch der frühe Tod ihres Bruders im Alter von 38 Jahren, der den Anstoß gegeben hat.

Der Kopf hat mit Sicherheit schon länger an dem Thema gearbeitet. Der Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung enthielt  Schulungen, die Aufklärung über Ernährung, Bewegung und gesundheitliche Zusammenhänge brachte. Trotz dessen, das diese Themen immer da waren, wurden sie auf einmal schlüssiger.

Lange Zeit war all dies kein Thema für Sara. Sie liebte ihr Leben, sie genoss es auf ihre Weise. Eigentlich war Sara nicht unzufrieden mit ihrem Leben, aber sie begab sich auf den Weg der Veränderung.

Der Gedanke mit Krankheiten zu leben und abhängig von Medikamenten und medizinischer Betreuung zu sein, erschien Sara schlimmer, als ihr Leben grundlegend zu verändern. Sara ist sich bewusst, dass ihr Leben in der Vergangenheit nicht schlecht war – sie bereut nichts – aber sie erkennt, dass es jetzt so nicht mehr gut ist, dass sich etwas ändern muss, damit ihr Leben weiterhin cool bleibt und sie glücklich sein kann.

Unterstützung ist so wichtig

Auf einmal wurde Sara bewusst, dass sie das Gute ihrer Umgebung nie wahrgenommen hatte. In ihrem Freundeskreis entdeckte sie nun die hilfreichen Menschen, die sich mit Fitness und Ernährung auskannten und sie unterstützten. Das positive Feedback ihres Freundeskreises nach den ersten sichtbaren Veränderungen motivierte sie, dran zu bleiben.

Nicht nur Freunde, sondern auch Arbeitskollegen unterstützen Sara auf ihrem Weg – durch Vertretungen, aber auch durch kleine Hilfen: beim Anziehen oder wenn sie etwas Aufheben muss. Sara erfährt hier Wohlwollen und eine positive Energie. Eine ihrer Kolleginnen schenkt ihr sogar ganz viel Kleidung, denn die braucht Sara jetzt auch in einer anderen Größe.

Ganz besonders wichtig auf ihrem langen Weg, war ihr Physiotherapeut. Er hat sie nicht nur bereits seit dem Bandscheibenvorfall begleitet, sondern immer wieder gepusht. Die Narbenpflege und Lymphdrainage sind seine Aufgaben, aber darüber hinaus sind die Gespräche Seelenpflege und sie sieht ihn als ihren größten Unterstützer an.

Jetzt sind Rituale und eine klare Struktur wichtig, nur so kann sie konsequent weitermachen. Der erste Schritt war eindeutig der schwierigste, aber als sie dabei war, war es nie ein Problem. Die große Unterstützung aus der Familie, die Akzeptanz ihrer Entscheidung war ein zentraler Punkt, um sich zu motivieren.

 Sara hat festgestellt wie wichtig der Respekt für das eigene Denken ist. Sie freut sich, wenn sie jetzt ein Vorbild für andere sein kann und sie etwas bei Anderen bewegen kann. So, wie sie Unterstützung erfahren hat, möchte sie diese auch weitergeben.

Im Gespräch mit Sara hat mich besonders beeindruckt, dass sie genau diese Akzeptanz für andere Menschen hat, die sie auch erwartet. Sara urteilt über keinen dicken Menschen, es ist für sie selbstverständlich, dass alle Menschen unterschiedlich sind und ob es einem Menschen gut oder schlecht mit seiner Körperform geht, muss jeder selbst entscheiden. Sie ist selbst der Meinung, dass es ihr sehr lange gut ging, wie sie war. Hier erlaubt sie sich absolut kein Urteil über andere.

Der Weg ist hart

Doch so einfach, wie es hier klingt, ist es nicht. Sara hat bei einer Körpergröße von 168 cm über 90 kg abgenommen. Es gibt Neider, es gibt Menschen, die ihr unterstellen nur noch das Abnehmen im Kopf zu haben. Nicht nur der Körper hat sich verändert, sondern auch Beziehungen. Einige Menschen sind bei Saras großer Veränderung auf der Strecke geblieben und begleiten sie heute nicht mehr.

Körperlich schwierig sind die vielen Operationen. Derzeitig steht jedes halbe Jahr eine Operation an. Die Hautfalten werden sonst zum Problem, aber auch die Operationen sind eine große Herausforderung und mit starken Schmerzen verbunden. Der gesamte Körper muss sich an das neue Gewicht gewöhnen – auch die Knochen verändern sich und müssen ihre neue Position finden.

Nur mit einem straffen Plan kommt sie derzeitig durch Lymphdrainage, Physiotherapie, Wassergymnastik und diverse Arzttermine. Wertvoll dabei ist die große Unterstützung, die sie hier nicht nur auf medizinischer und therapeutischer Ebene, sondern auch auf persönlicher Ebene erfährt. Sara sagt: „All diese Unterstützung macht es leichter und tut der Psyche gut.“ Es ist nicht einfach für Sara, dass sie ihr Leben komplett umgekrempelt hat, aber sie ist deutlich fitter und agiler geworden. Sie möchte nicht mehr zurück. Sie hat eine ganz andere Lebensqualität gewonnen.

Essen bleibt ein großes Thema

Das Essensthema ist jetzt ein anderes in ihrem Leben. Früher war Essen auch ein großes Thema, aber eher ein Thema von Genuss. Heute geht es nicht mehr nur um den Genuss, sondern auch um Stoffwechsel und die richtige gesunde Zusammensetzung der Mahlzeit.

Auch, die Essenszeiten wählt Sara nicht mehr frei, sondern lebt nach einem Plan. Spannend finde ich hier, dass Abnehmen nicht bedeutet auf Nahrung zu verzichten, also nicht ständig zu hungern. Richtige Ernährung bedeutet Regeln einzuhalten und zu bestimmten Tageszeiten die Nahrung passend auszuwählen.

So isst Sara morgens Kohlenhydrate und ein üppiges Frühstück. Zum Mittag und Abendessen verzichtet sie auf Kohlenhydrate und isst viel – Eiweiß, Gemüse und mittags auch Obst. Sara isst sich immer richtig satt. Und – sie hört auf die Signale ihres Körpers.

Das sagt sie, hat sie früher nicht getan. Allerdings hat sie auch schon festgestellt, dass es manchmal für ihr Umfeld schwierig ist. Sie kann halt nicht mehr einfach drauf losessen. Ihr Tagesrhythmus ist geprägt von Essenszeiten.

Mein Leben

Selbstmotivation

Momentan schaut Sara immer nur von einer Etappe zur nächsten. Sie denkt nicht über alle bevorstehenden Operationen gleichzeitig nach, sondern denkt immer nur an die nächste. Sie informiert sich vorher nur über das Nötigste, denn zu viele Informationen würden sie abschrecken.

Die Krankenkasse macht Druck, denn die bezahlen einen Großteil der Operationen und wollen den Prozess zeitnah abgeschlossen haben. Die Anstrengung von vierstündigen Operationen und deren Auswirkungen auf den Körper scheint hier nicht gesehen zu werden.

Dennoch kann sich Sara Tag für Tag motivieren. Sie staunt selbst, wie sich ihr Körper verändert und sie ihrem Ziel immer näher kommt. Sie weiß, dass sie ein Umfeld hat, das sie gut unterstützt und ihr hilft jede Operation zu bewältigen. Denn jede Operation bedeutet viel Arbeit für Familie und Freunde. Die Narbenpflege ist nicht immer allein zu bewältigen und sie ist angewiesen auf Mithilfe.

Genau diese Hilfe, Freunde, Familie, Trainer – einfach Menschen – bestärken sie. Dieses Miteinander, das andere Menschen für Sara da sind, motiviert sie. Und, genau das möchte Sara auch weitergeben.

Heute weiß Sara: „Man kann alles schaffen, wenn man es möchte. Wichtig ist, den ersten Schritt zu machen.“

Der Weg ist das Ziel

Puh, wenn ich Saras Geschichte erzähle, dann denke ich ein Wahnsinn, was Sara da durchmacht.

Sicherlich kann man sagen, dass sie es selbst verursacht hat, wenn man böse denkt. Aber schau dich selbst an: „Wie oft bist du unvernünftig? Rauchst du? Trinkst du Alkohol? Trinkst du Cola? Fährst du manchmal zu schnell? Hörst du immer auf deinen Körper?“

Ich kenne Menschen, die bei einer Krebserkrankung im Bekanntenkreis sofort anfügen müssen, dass derjenige es selbst verursacht hat, schließlich hat er  ja immer … Diese Verurteilungen sind unfair und respektlos, denn niemand kennt die ganze Geschichte seiner Mitmenschen.

Wie oft geht es dir selbst so, dass du anfängst dich für deine Handlungen zu rechtfertigen, weil du denkst, was die anderen Menschen über dich denken können?

Ich denke, Sara hat sich davon frei gemacht. Sie hat ihre eigene Geschichte verändert, weil sie an sich gedacht hat. Sie ist dahin gekommen zu erkennen, dass sie allein die Verantwortung für ihr Leben und dessen Qualität trägt. Und dann hat sie sich auf den Weg gemacht. Und allein dieser Weg macht Sara zufrieden.

Ich habe selten mit einem Menschen gesprochen, der so mit sich im Reinen ist. Und Saras Weg ist, weiß Gott, nicht einfach. Dennoch lacht, lebt und liebt sie – und möchte einfach nur ganz normal leben.

Wo willst du dich auf den Weg machen? Geh den ersten Schritt! Setz dir die erste kleine Hürde als Ziel! Nimm dir nie den ganzen Berg vor.

Sei positiv & mach dich auf den Weg!

Sonja & Ute

PS: In unserem Programm 100% MEIN LEBEN zeigen wir dir, wie auch du dich auf den Weg zu dir selbst machen kannst!

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