​Der Grund

warum deine guten Vorsätze für das neue Jahr nicht funktionieren …

Kennst du das: Weihnachten ist vorbei, dass neue Jahr steht an und alle in deiner Umgebung fangen an sich gute Vorsätze zu machen

  • Abnehmen
  • Nicht mehr rauchen
  • Gesünder ernähren
  • Mehr Sport machen
  • … und ich weiß nicht, was noch alles so darunter fällt. Hast du dir auch so etwas für das neue Jahr vorgenommen?

Ja, ich denke um die Weihnachtszeit auch immer: Nach Weihnachten esse ich weniger und im neuen Jahr nehme ich dann ab.

Ich bin jetzt an einem Punkt im meinem Leben angekommen, an dem ich das nur ganz kurz denke und dann wieder verwerfe.

Mir ist nicht klar, warum der Jahreswechsel ein guter Zeitpunkt für einen Neustart ist.

Ehrlich gesagt, ist der Jahreswechsel für mich ein ganz schlechter Zeitpunkt für so etwas. Ich habe dann gerade diese gammelige Zeit zwischen den Jahren, den Überfluss von Weihnachten hinter mir und in der Regel schlechtes Wetter und eine Menge Jahresrechnungen – die Autoversicherung und noch so ein paar werden im Januar abgebucht – vor mir.

Ich muss mich dann immer ein wenig erholen von dem Weihnachtsgedudel und den Feiern.

Dieses Jahr erfolgreich!

Ich mache zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr immer eine Internetpause und genieße die Zeit ohne Mails, Facebook und Co. Wenn ich dann den Rechner wieder hochfahre, die Apps aktiviere und lese was so eingegangen ist:

BUMM!

Dann bekomme ich eine Flut von Mails, Nachrichten und Informationen:

  • Wie ich 2019 zu meinem Jahr machen kann!
  • Wie ich in 2019 endlich schlank werde!
  • Wie ich es schaffe in 2019 alles besser zu machen!

Und: natürlich auch die Information, warum ich es dieses Jahr schaffe und die Jahre vorher es nicht geschafft habe.

Und ich bin nach kurzer Zeit an dem Punkt: So, Leute, mein 2019 ist gelaufen! Bis heute war ich überzeugt, dass ich ein positiver Mensch bin, aber das ist zu viel des Guten. Das kann ich alles in so kurzer Zeit nicht umsetzen und dann wird das Jahr 2019 wohl nicht zu meinem Jahr.

Fertig. Jetzt atme ich einfach mal ein und aus.

Der Kopf kommt nicht los

Mein Kopf fängt dann dennoch an weiterzudenken. Die Gedanken kann ich nicht ausstellen und dann frage ich mich: „Warum sollte es denn dieses Jahr klappen? Was ist dieses Jahr anders als in den letzten Jahren?“

So, jetzt beginnt meine Recherche.

  • Was muss ich denn tun, um weniger zu essen?
  • Oder, um mehr Sport zu treiben?
  • Oder vielleicht auch, um meine beruflichen Ziele zu erreichen?

Ich muss meine Gewohnheiten ändern.

Der Vorsatz für das neue Jahr ist also, dass ich eine Gewohnheit ablege. Dann mache ich erst einmal eine Bestandsaufnahme, was ich so für Gewohnheiten habe.

An dieser Stelle werde ich nicht genauer, denn ich möchte nicht im Internet verbreiten, dass ich für mein Leben gerne Pommes esse und wie oft. Und wie oft ich Sport treibe möchte ich hier auch nicht erzählen.

Aber vielleicht machst du mal eine Bestandsaufnahme deiner „schlechten“ Angewohnheiten.

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Ich glaube, jeder hat Angewohnheiten von denen er oder sie weiß, dass sie nicht unbedingt so gesund sind. Oder eine Angewohnheit, die nicht unbedingt dazu führt, dass du deine Ziele erreichst. Für deine Bestandsaufnahme nimmst du dir am Besten einen Zettel und einen Stift und schreibst das Ganze auf. Denn Visualisieren ist gut zum Weiterdenken.

Gewohnheiten verändern

Wenn ich jetzt meine „schlechten“ Gewohnheiten ablege, dann kann ich einfach loslegen.

Schade, so einfach ist das nicht eine Gewohnheit abzulegen.

Gewohnheiten sind Dinge, die automatisch ablaufen. Das ist jahrelang antrainiert und geht nicht so einfach aus dem Kopf.

Hast du schon einmal versucht deine Besteckschublade umzusortieren? Du wirst feststellen, dass du noch tagelang die Messer an der gleichen Stelle rausnehmen möchtest wie vorher.

Genauso ist es mit Gewohnheiten. Ohne nachzudenken tust du etwas.

Also, nach der Arbeit direkt aufs Sofa und nicht in die Laufsachen ist seit Jahren drin. Gewohnheiten zu ändern bedarf eines guten Trainings. Ich habe mal irgendwo gelesen, wenn du es 30 Tage schaffst etwas Neues zu machen, dann wird es langsam zur Gewohnheit.

Eine britische Studie hat herausgefunden, dass die Gewohnheit in 66 Tagen erreicht wird. Also, habe ich im März irgendwann meine Vorsätze des Jahres umgesetzt und bin ein besserer Mensch. Wenn ich mir das so vor Augen führe, finde ich das realistisch und bin nicht mehr so überfordert mit dem Gedanken, dass ich das alles von jetzt auf gleich umsetzen muss.

Wichtig dabei ist laut der Studie, dass ich es jeden Tag durchführe. Mal ein Tag Pause machen ist nicht ganz so schlimm.

Allerdings haben die Teilnehmer der Studie, die mehr als einen Tag Pause gemacht haben und das häufiger, die Routine nicht bekommen. Es gab aber auch Teilnehmer, die deutlich länger gebraucht haben oder manche, die viel schneller waren. Der Durchschnitt trifft halt nicht auf jeden zu. Stefan Schimming schreibt mehr dazu: Gewohnheit ändern

Geduld haben

Mit Sicherheit muss ich auch eine Menge Geduld mit mir haben, wenn ich eine neue Gewohnheit umsetzen möchte. Dieser Durchschnitt von 66 Tagen zeigt mir, dass ich Geduld brauche. Manchmal habe ich die nicht mit mir.

Aber, mit dem Wissen, dass eine Gewohnheit nicht von heute auf morgen abgelegt werden kann, kann ich auch mehr Geduld mit mir aufbringen. Ich kann den Druck für mich rausnehmen, wenn ich mir sage: „Alles braucht sein Zeit.“

Das Ergebnis muss nicht heute oder morgen da sein, sondern es reicht in 66 Tagen, dann bin ich der Durchschnitt. Und, wenn ich nicht der Durchschnitt bin, dann brauche ich vielleicht ein paar Tage länger.

Das ist alles okay so, denn anderen Menschen geht es auch so. Der Gedanke, dass es anderen Menschen auch so geht, ist ungemein erleichternd. Ich habe manchmal das Gefühl, die anderen Menschen bekommen alles sofort hin und legen ihre „schlechten“ Angewohnheiten problemlos ab, während ich noch auf dem Sofa liege und überlege welche ich überhaupt habe.

Und, ich kann mir jeden Tag, den ich es schaffe, meine neue Gewohnheit umzusetzen, als kleinen Teilerfolg verbuchen. Das stimmt mich positiv und bringt mich näher zu meinem Gesamtziel.

Vorsätze zum Jahreswechsel

Das Problem an den guten Vorsätzen zum Jahreswechsel ist aber für mich, dass sie quasi einen Gruppenzwang beinhalten.

Alle machen sich Gedanken über ihre Ernährung. Alle wollen mit dem Rauchen aufhören (das habe ich zum Glück schon lange geschafft). Alle wollen mehr Sport treiben. Alle wollen erfolgreicher werden.

Und ich merke, wie ich dann in so einen Sog hineingezogen werde.

  • Ich muss abnehmen.
  • Ich muss mehr Sport machen
  • Ich muss erfolgreicher werden

Dieser kleine Teufel in meinem Kopf, der freut sich dann immer riesig mir in allen möglichen Punkten ein schlechtes Gewissen zu machen und wird ganz groß. Ich brauche dann immer eine Weile bis ich den Teufel mundtot bekomme.

Und ich bekomme ihn erst dann ruhig, wenn ich mich frage: „ Was wünsche ich mir eigentlich? Was brauche ich gerade? Wo bin ich gerade unzufrieden?“ Und, grundsätzlich bin ich ja ein positiver Mensch, also gucke ich erst einmal, was ist denn gerade gut bei mir und kann so bleiben?

Ich muss doch die Probleme der anderen Leute nicht zu meinem Problem machen. Vielleicht habe ich gerade ein paar Kilo zu viel auf der Hüfte, aber ich fühle mich ganz wohl damit. Wenn ich mir zu viel vornehme, dann schaffe ich es nicht. Wenn es gerade nicht mein Thema ist, dann schaffe ich es auch nicht.

Wenn ich eine Gewohnheit ändern möchte, dann muss es ein Wunsch sein, der von Herzen kommt.

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