Das positive an schlechter Laune

Heute schlechte Laune!

In dem kleinen Büchlein von Anthony Gunn „Aufrecht durchs Leben:  100 Wege zum Glück“ steht:

Verstimmt

„Optimismus fluktuiert

Wissenschaftliche Experimente belegen, dass, wenn wir uns schlapp fühlen, wir automatisch unsere Chancen, eine zukünftige Herausforderung zu meistern, als gering einschätzen. Umgekehrt sind wir beim Gedanken an dieselbe Herausforderung viel optimistischer, wenn wir uns wach und frisch fühlen.

Achten Sie also darauf, wie erschöpft oder energiegeladen Sie gerade sind, und beobachten Sie während des Tages Ihren natürlichen Zyklus. Stellen Sie sich Ihren Herausforderungen dann, wenn Sie fit sind.“

Dieses kleine Büchlein ist ganz wunderbar, denn es gibt Denkanstöße mit nur wenigen Sätzen, die sehr tiefsinnig und manchmal auch zum Schmunzeln sind. Diesen Denkanstoß finde ich sehr passend zu unserem Motto: Sei positiv!

Von Natur aus positiv

Ich möchte an dieser Stelle einmal klarstellen. Ich bin kein Mensch, der sein Leben lang nur lachend und mit einem Lächeln auf den Lippen durchs Leben geht. Nein! Ich finde es toll, wenn es so ist.

Ich bin irgendwann in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem ich festgestellt habe: Menschen, die das Glas halb voll sehen und nicht halb leer, kommen weiter im Leben. Ich habe gesehen, dass Menschen, die das Leben positiv sehen, entspannter sind.

Menschen, die das Leben anlachen und mehr auf die leichte Schulter nehmen, haben mehr Spaß im Leben. Und dann habe ich mir vorgenommen, dass ich das auch kann.

Eine positive Lebenseinstellung kann ich lernen, davon bin ich überzeugt. Ich habe mich auf den Weg gemacht ein positives Leben zu lernen. Wo bist du gerade?

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Schlechte Laune

Warum ich das schreibe?

Kürzlich tauchten in meiner Umgebung einige Mitmenschen mit schlechter Laune auf und da schlechte Laune ansteckend ist, übertrug sich das auch prompt auf meine Kinder. Ich glaubte dagegen immun zu sein, war aber  nicht sonderlich begeistert –  umgeben von Miesepetern.

Zudem bin ich überzeugt davon, dass jeder seine schlechte Laune für sich behalten soll. Warum muss ich jedem in meiner Umgebung direkt mitteilen, dass der Tag heute nicht meiner ist?

Mir fehlten allerdings die Argumente, warum schlechte Laune nicht gut ist. Also, habe ich Herrn Google gefragt, was er mir denn so zum Thema schlechte Laune sagen kann und siehe da, das erste Ergebnis sorgte für große Überraschung bei mir: Positiv schlechte Laune

Produktiver durch schlechte Laune  

Tja, da ist mein Denken also falsch. Menschen, die schlechte Laune haben, sind produktiver. Sie schauen genauer hin und können besser analytisch denken.

Miesepeter machen weniger Fehler und sind produktiver.

Diese Aktivität soll dabei helfen aus der schlechten Situation herauszukommen. Das Ziel ist eigentlich wieder gute Laune zu bekommen. Launenhafte Menschen können sie schneller anpassen und evolutionär bedingt somit besser auf schwierige Situationen reagieren. Das Ende vom Lied ist, wer seine schlechte Laune zulässt, ist glücklicher im Leben.

Gefühle zulassen

Das kann ich nicht so einfach auf mir sitzen lassen und denke weiter.

Schlechte Laune ist aus einem Gefühl entstanden: Wut, Ärger, Zorn, Neid, Hass, … Sie entsteht aus einem schlechten Gefühl. Die oben genannte Studie geht davon aus, dass Menschen, die sich in einem laufenden Prozess bspw. bei der Arbeit über etwas ärgern produktiver werden.

Ja, das geht mir auch so. Wenn ich etwas ausprobiere und es funktioniert nicht, wie gedacht, dann überlege ich mir, wie ich es anders machen kann. Oder ich versuche es so oft, bis es endlich funktioniert.

Frei nach dem Motto: Übung macht den Meister.

Ein Klavierstück spiele ich nicht direkt von Anfang bis Ende ohne Fehler durch. Mein Ärger darüber, dass es nicht gleich klappt, setzt Energie frei, die ich nutze, um zu üben. Mehr ist eigentlich nicht gemeint mit dieser Studie.

Unsere Gefühle geben uns in diesem Moment Energie ein Problem anzugehen und es zu bewältigen. In diesem Moment ist schlechte Laune, die ich eher als Ärger oder Wut bezeichnen würde gut.

Im Karton feststecken

Es gibt aber diese Momente, da steckst du im Karton fest. Da löst etwas Ärger in dir aus und es läuft ein Programm ab.

Das sind häufig Muster, die wir in unserer Kindheit gelernt haben – ganz unbewusst. Frau Birkenbihl ist wieder einmal wunderbar darin, dieses zu beschreiben. Sie erzählt, was viele von uns wahrscheinlich kennen, wie sie sich beim Autofahren ärgert. Da kommt einer, schneidet ihr den Weg ab und dann läuft bei ihr ein Muster ab. Sie überholt, fährt vor den Reinschneider und zur Strafe bremst sie auch noch einmal kurz ab. Dieses Muster hat sie ganz lange, immer wieder durchgeführt, sehr häufig am Tag und war sich dessen nicht bewusst.

Unsere Muster sind Reaktionen in denen wir feststecken und sie häufig nicht bewusst wahrnehmen. Für mich bezeichne ich das im Karton feststecken. Der Karton ist geschlossen und von außen kann ich nicht in ihn hineinsehen.

Sobald ein bestimmter Trigger bei mir angesprochen wird, schlüpfe ich auf unbekannte Art und Weise in den Karton, stecke fest, spule meinen Film ab, komme raus und weiß gar nicht so recht, was da eigentlich gerade passiert ist. Puh! Da ist egal wie intelligent du bist, diese Muster laufen instinktiv ab.

  •  Wann steckst du im Karton?

Alleine das Wissen darüber, dass es diesen Karton gibt, kann dazu führen, dass du ihn öffnen kannst. Leider glauben viele Menschen, dass das nicht geht und das halt so bei ihnen ist.

Du kannst alles lernen. Du kannst lernen Muster zu durchbrechen.

In meinem letzten Artikel bin ich darauf mehr eingegangen: Der Grund

Effizienter Ärgern

Ärgern ist nichts, was du komplett abstellen solltest. Aber die Frage ist: Lohnt sich der Ärger immer?Oder nimmt er dir unnötig Energie, die du gut für andere Dinge gebrauchen kannst? Zu viel Ärger macht krank.

Frau Birkenbihl ist der Meinung es geht nicht darum das Ärgern abzustellen, das wäre auch langweilig. Sondern es geht darum sich „effizienter zu ärgern“.

Das bedeutet, dass du dich seltener ärgerst, weniger intensiv und kürzer.

Frau Birkenbihl ist der Meinung, dass Menschen, die in ihrem Denken, etwas langsamer sind, sich auch schneller ärgern.

Wenn du ein Mensch bist, der eher langsam denkt, dann bist du jemand, der sich nicht gut auf Neues einstellen kann. Das ist nicht schlimm. Es heißt nur, du hast gerne das, was du kennst, denn damit kannst du gut arbeiten.

Wenn alles so ist, wie du es kennst, dann läuft auch alles gut.

Langsames Denken hat absolut nichts mit weniger Intelligenz zu tun. Es heißt nur, dass du dir die Dinge härter erarbeiten musst. Du kennst das wahrscheinlich noch aus der Schule.

Da gab es die Kinder, die immer alles sofort konnten  – die schnellen Denker. Und es gab die Kinder, die alles erst ein paar Mal üben mussten bevor es so richtig im Kopf angekommen war.

Das Schulsystem ist leider nicht so ganz auf die langsamen Denker ausgelegt, aber das tut hier gerade nichts zur Sache. Jedenfalls ärgern sich langsame Denker schneller, denn sie brauchen etwas länger, um sich auf Veränderungen einzulassen. Das bedeutet, dass sie schneller in Situationen kommen, die Unsicherheit auslösen. Diese Unsicherheit führt zu Ärger oder Wut oder wie du es auch immer benennen möchtest.

Alleine, wenn du weißt, dass dies so ist, kannst du mit deinen Gefühlen in dieser Situation schon besser umgehen.  Mehr dazu im Video oder ganz umfangreich im Buch von Vera Birkenbihl:

Methode

Frau Birkenbihl beschreibt eine einfache Methode gegen schlechte Laune, die jeder durchführen kann: Video

Beeindruckend ist, dass Humor das beste Mittel gegen schlechte Laune oder negative Gefühle ist. Noch beeindruckender ist, dass du dein Gehirn in nur 60 Sekunden austricksen kannst. Grinsen üben hilft dabei, das Leben positiver zu sehen.

Wenn dich niemand beobachtet und du die Glückshormone in deinem Körper erhöhen möchtest, dann nimm einen Stift zwischen die Zähne und du wirst ein Grinsen im Gesicht haben. Fünf Minuten täglich erhöhen deutlich das Glückshormon im Körper. Diese Glückshormone stärken auch dein Immunsystem.

Lächeln macht gesund!

Studien haben gezeigt, dass Menschen, die keine höher gesteckten Ziele haben, aus einer Mücke einen Elefanten machen. Ziele im Leben, die vielleicht manchmal auf andere eher wie Träume wirken, erhöhen deine positive Lebenseinstellung. Und, dann stellt sich ja auch immer die Frage: Bringt mich mein Ärger weiter?

Wie ich oben beschrieben habe, kann das manchmal so sein. Aber es ist definitiv nicht so, wenn du im Karton feststeckst

Ärger in der Familie

Sicherlich hat jeder von uns am Tag mehrere Situationen an denen er oder sie sich ärgert. Manche Tage laufen halt auch einfach nicht so, wie geplant. Aber wie sagte eine Bekannte von mir heute im Gespräch: „Wenigstens regnet es nicht!Wunderbar!

Ich muss doch meinen Ärger, der sich auf eine ganz andere Situation bezieht nicht an meinen Mitmenschen auslassen, die damit nichts zu tun haben.

Wieso kommt ein Vater / eine Mutter von der Arbeit nach Hause und motzt seine Kinder an? Da war doch auf der Arbeit was los, was ihn / sie geärgert hat. Das sollte der Vater / die Mutter bei der Arbeit lassen.

Unsere Kinder schauen sich das Verhalten ihrer Eltern ab. Sie lernen dann von ihrem gestressten Vater, dass Stress an den Familienmitgliedern abgeladen werden kann. Blöder Kreislauf! Liebe Väter, liebe Mütter macht euch bewusst, was ihr da für eine Aufgabe habt!

Macht euch bewusst, dass euer Verhalten Folgen hat!

Ich erwarte nicht, dass ihr euch immer pädagogisch wertvoll verhaltet. Das geht nicht. Eure Gefühle sind wichtig. Aber nicht einfach rauslassen, sondern überlegen, wo kommen sie her und wofür bringe ich die Energie, die sie mir bringen jetzt auf. Da ist es manchmal sinnvoller nach der Arbeit kurz nach Hause zu fahren, einen Kaffee zu trinken und dann die Kinder abzuholen.

Stefanie Stahl und Julia Tomuschat geben im Buch: Nestwärme, die Flügel verleiht tolle Tipps, wie du deine Muster erkennst. Sie beschreiben auf ganz eingängliche Art wie der Umgang mit den eigenen Kindern gelingen kann ohne sich zu verbiegen. Ich finde, das ist mal ein Erziehungsratgeber, der von den Eltern keine pädagogische Ausbildung erwartet …

Weniger schlechte Laune

Gefühlt gibt es tausende von Ratgebern, Tipps und Kurse in denen du lernen kannst, wie du Ärger vermeidest. Ich finde die Erkenntnis, dass es nicht darum geht sich nicht mehr zu ärgern, beruhigend. Denn es wäre manchmal auch langweilig ohne schlechte Laune und Ärger. Schließlich führt diese in einigen Fällen zu positiven Veränderungen oder Entwicklungen.

Aber, zu viel Ärger macht krank und ist nicht gut.

Also, die Devise ist: effizienter Ärgern. In den Situationen ärgern, in denen es sich tatsächlich lohnt und die Energie sinnvoll nutzen. Das ist eine Übungssache.

Das mit dem Lächeln, das kannst du schon einmal anfangen zu üben. Alleine das Video von Frau Birkenbihl wird dich zum Lachen bringen.

Freu dich über die kleinen Dinge im Leben, übe das Lächeln und nutze deine Energie sinnvoll.