7 Typen von Kollegen

und wie du den Alltag mit ihnen bewältigst

Gestern waren wir auf einem Geburtstag. Unser Freund hat vor kurzem den Job gewechselt. Auf meine Frage, wie es denn so läuft, meinte er: „Überall die gleichen Typen.“ Und dann haben wir uns ein wenig über die Typen von Arbeitskollegen amüsiert, die es so gibt.

Die folgende Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Belege – sie ist rein aus der Erfahrung unterschiedlicher Menschen entstanden.

Der Schwätzer

Diese Form der Arbeitskollegen scheint immer was zu erzählen zu haben. Es ist ein Irrglaube, dass der Schwätzer eine Frau ist.

Nein, diese Spezies ist in der Regel männlich.

Er kann gefühlte Stunden von seinen Wochenenderlebnissen erzählen. Klare Signale, dass sein Gegenüber arbeiten möchte, bemerkt er nicht. Da hilft weder das Starren auf den Bildschirm, noch Schreiben, sogar ein klingelndes Telefon hält ihn nicht ab. Er beherrscht die große Kunst, trotz Unterbrechungen direkt dort weiterzuerzählen, wo er vorher stehen geblieben ist, als ob einfach nur eine Pausentaste gedrückt wurde.

Grundsätzlich ist der Schwätzer ein freundliches Wesen. Aber man bekommt den Eindruck, dass er zur Arbeit geht, um Sozialkontakte aufzubauen und zu pflegen. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass der Schwätzer in der Freizeit nicht wirklich Freunde hat. Warum müsste er sonst so viel aus seinem Privatleben unter Arbeitskollegen verbreiten?

In der Probezeit können sich Begegnungen mit dem Schwätzer zum Drahtseilakt entwickeln. Denn, es ist schwierig einem neuen Kollegen zu sagen, dass er einen von der Arbeit ablenkt. Aber, es ist noch schwieriger, wenn du ständig beim Schwatzen gesehen wirst …

Der Prahler oder die Angeberin

Bei dieser Spezies ist Vorsicht geboten. Ständig erzählt er oder auch sie, was er oder sie gerade Tolles geschafft hat. Wie gut er oder sie seinen Job erledigt.

Vorsicht ist deshalb geboten, da der Prahler auch gerne die Lorbeeren anderer sich selbst zuschreibt. Der Angeberin geht es nur darum darzustellen, dass sie besser ist als andere und mehr leistet. Allerdings ist häufig viel heiße Luft dahinter.

Wer selbst darüber reden muss, hat anscheinend nichts vorzuweisen. Aber, er oder sie möchte ständig gelobt oder hervorgehoben werden. Nach oben ist der Prahler stinkfreundlich und zuvorkommend. Die Reinigungskraft wird unfreundlich und abwertend behandelt.

Er kann die kleinste Aufgabe zu einem riesengroßen Projekt aufblasen, um seine Leistung als besonders darzustellen. Sie schleimt bei Vorgesetzten und schreibt sich die Arbeitsleistungen anderer zu.

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Die Unsichere

Ja, leider, aber hier wähle ich gezielt die weibliche Form. Mir ist nur ein einziges Mal ein männlicher Kollege dieser Spezies über den Weg gelaufen.

In der Regel macht diese Kollegin einen guten Job. Insbesondere durch den Aspekt, dass sie sich so unsicher in allem ist, arbeitet sie sich sehr genau in alles ein. Wenn du neu bist und eine Frage hast - frag sie. Diese Kollegin weiß in der Regel die richtige Antwort. Sie ist hilfsbereit und freundlich – jedem gegenüber, auch für die Reinigungskraft hat sie immer ein paar nette Worte.

Ganz ehrlich: diese Kollegin ist Gold wert. Sei nett zu ihr. Sie weiß, wo alles zu finden ist und hilft dir garantiert, wenn du mal Not hast. Der Prahler oder die Angeberin nutzen sie gerne aus. Diese Kollegin hat immer wahnsinnig viel zu tun, da sie schlecht nein sagen kann. Sie sieht, wo Arbeit ist. Allerdings ist sie auch sehr empfindlich gegenüber Kritik und nimmt diese sehr schnell persönlich.

Der Kaffeetrinker

Ich frage mich immer, was diese Menschen wohl an ihrer Arbeit finden. Sie betreiben den geringsten Aufwand bei der Arbeit. Mitdenken ist nicht ihre Stärke. Dienst nach Vorschrift -  was muss, das muss, aber kein Funke mehr.

Engagement ist ein Fremdwort für diese Spezies. Ihre besondere Stärke ist Kaffee trinken, manchmal aber auch Tee, allerdings nicht selbst kochen. Sie verzichten auch mal auf den Kaffee, wenn gerade kein anderer aus dem Team welchen gekocht hat. Wenn sie gerade mal nicht so viel zu tun haben, sagen sie das keinem. Bei der Verteilung von Arbeitsaufträgen sind sie in der Regel still und zurückhaltend.

Die Meckertante oder der Motzer

Sie kann zu allem was sagen. In Teamsitzungen kann sie mich wahnsinnig machen. Denn selbst, wenn ein Thema bereits abgeschlossen ist, muss sie noch etwas hinzufügen, meistens Bedenken äußern.

Egal, um was es geht, sie ist dagegen oder muss es in Frage stellen. Wenn man sie darauf anspricht, möchte sie doch nur, dass das Thema von allen Seiten beleuchtet wird. Im Kollegenkreis beschwert sie sich über alles – Gehalt ist zu wenig, Arbeitsbedingungen sind schlecht, … Wenn es darum geht etwas zu verändern, ist sie nicht dabei -  sie muss ja dagegen sein, das liegt in ihrem Naturell.

Als Frau ist diese Spezies meist lauter, männliche Artgenossen treten eher muffelig auf. Ach so ja, bevor ich es vergesse: diese Type hat immer zu viel zu tun und kann ihr Arbeitspensum nicht schaffen. Und das müssen alle mitbekommen.

Der Übergenaue oder die Penible

Er sieht jeden Fehler. Sein Schreibtisch ist immer ordentlich. Seine Aufgaben erledigt er übergenau. Seine Systeme sind nicht immer für alle verständlich, aber du darfst hier auf keinen Fall reinfunken, denn das würde ihn total durcheinanderbringen. Diese Systeme sind nicht verständlich für jeden. Erklärungen von ihm sind nicht immer hilfreich, da sie nur in seine Hirnwindungen passen.

Ich denke, dass diese Spezies sowohl männlich als auch weiblich sein kann. Sie sind schlechte Teamarbeiter, da sie sich nicht gut anpassen können. Ihre Arbeit müssen sie nach ihrem System erledigen, alles andere führt zu Störungen. Alleine, wenn die Reinigungskraft nicht alles an den richtigen Punkt zurückgestellt hat, löst dies Irritationen aus.

Der Besserwisser oder die Oberlehrerin

Oh ja, diese Spezies kann nerven. Sie laufen nur am Büro vorbei und haben Wortfetzen aufgeschnappt, schon stehen sie in der Tür und müssen sich einmischen. Manchmal rechtfertigen sie ihre Besserwisserei nur durch ein höheres Alter oder eine längere Betriebszugehörigkeit.

Ihre Argumente haben nicht immer Hand und Fuß, aber werden großspurig und in voller Überzeugung vorgetragen. Sie können zu jedem Thema etwas sagen – ob es stimmt, ist eine andere Frage.

Sie haben viel erlebt, viel gesehen und viel mitgemachtglauben sie – auch wenn sie bereits seit 20 Jahren auf ein und derselben Stelle sitzen und seit mindestens fünf Jahren keine Weiterbildung besucht haben.

Insbesondere die Frauen dieser Spezies rechtfertigen viele Argumente über ihr Alter und ihre damit einhergehende Lebensweisheit. In Teamsitzungen bringen sie Beiträge ein, die nicht unbedingt etwas mit dem Thema zu tun haben, aber ihre Erlebnisse und Erkenntnisse wiedergeben.

Ärger bei der Arbeit

Ich weiß nicht, welche Art des Arbeitskollegen bei dir Aggressionen oder Ärger auslöst, aber irgendeiner ist wohl dabei über den du dich regelmäßig oder von Zeit zu Zeit ärgerst.

Die meisten von uns verbringen viel Lebenszeit mit ihren Arbeitskollegen. Und manchmal sind das Menschen mit denen du ansonsten nichts zu tun haben möchtest. Dennoch musst du mit ihnen klar kommen.

Einige sind deine Verbündeten, die anderen vielleicht sogar deine Feinde und ein Teil von ihnen ist dir egal. Schlecht ist, wenn diese Kollegen Stress machen. Wenn die Arbeit keinen Spaß mehr macht, weil die Kollegen so nerven. Dann solltest du dir von ihnen deinen Job nicht vermiesen lassen.

Friede, Freude, Eierkuchen geht leider nicht immer bei der Arbeit und nicht mit allen Kollegen. Hier treffen viele unterschiedliche Charaktere aufeinander und jeder hat mal einen schlechten Tag. Ärger auf der Arbeit möchte wohl keiner von uns. Aber, was tun, wenn die Kollegen so sehr nerven?

Werkzeugkoffer für Arbeitskollegen

Ich nenne dir jetzt die absolute Lösung, wie du mit jedem Kollegen in jeder Situation umgehen kannst, egal welcher Typ von Kollege und du dich nie wieder über irgendwen ärgern musst. Vollkommen kostenfrei und mit absoluter Wirkungsgarantie.

Nein! Das kann ich gar nicht und das kann niemand. Jede Situation und jeder Mensch ist anders. Ich kenne dich, liebe/-r Leser/-in, gar nicht. Ich kann dir gar nicht sagen, welche Methoden du anwenden kannst, um dem Prahler zu begegnen. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle … Und, du kennst das bestimmt genauso gut wie ich. Hinterher fallen einem immer Möglichkeiten ein wie man hätte kontern können. Hätte. In der Situation bist du so überrollt, dass dir keine Antwort einfällt.

Sei beruhigt, das geht vielen Menschen so. Viele Menschen gehen in ihrem Kopf hinterher Situationen durch und haben dann eine bessere Lösung für ihre Reaktion. Tja, leider funktionieren wir in Stresssituationen nicht immer so gut. Aber, auch das ist gut, denn vielleicht würde es sonst noch mehr eskalieren. Vielleicht aber auch manchmal weniger. Je nachdem, was du für ein Typ bist.

Ich packe in meinen Werkzeugkoffer ein Lachen und eine Ist-nicht-so-wichtig-Tablette. Humor hilft immer. Und wenn dann manche Dinge nicht zu ernst genommen werden, dann ist es auch leichter.

Die Leichtigkeit sollte viel häufiger zur Arbeit mitgenommen werden. Viele Menschen nehmen ihren Job viel zu ernst. Aber sei doch mal ganz ehrlich zu dir, manchmal ist es egal, ob eine Aufgabe heute oder morgen erledigt wird.

Manchmal ist es egal, ob du oder der Besserwisser die Arbeit macht. Wenn er doch der Meinung ist, er kann es besser. Was spricht dagegen? Dafür spricht, dass du weniger auf dem Schreibtisch liegen hast. Und wenn der Kaffeetrinker dich so nervt, weil du immer so viel zu tun hast, dann überleg dir mal, ob du das willst, die Zeit totschlagen?

Vielleicht hat Mathias Fischedick eine Antwort für dich. Er hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt in seinem Buch „Überleben unter Kollegen“.

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Du musst wissen, was du willst.

Ein Utensil solltest du noch in deinen Werkzeugkoffer packen. Klarheit.

Wenn du deinen Anspruch an dich und deine Arbeit kennst. Wenn du selbst weißt, welcher Typ Arbeitskollege du bist. Dann kannst du klar auftreten.

Dein klares Auftreten sorgt dafür, dass deine Arbeitskollegen wissen, woran sie bei dir sind. Somit kann dich niemand ausnutzen oder in eine Richtung beeinflussen, in die du nicht möchtest.

Wenn du versuchst den anderen zu gefallen und ein Bild nach außen zu bringen, das nicht deiner Persönlichkeit entspricht, dann wird es schwierig für dich und die anderen.

Welcher Typ Arbeitskollege bist du?

Meine Liste zeugt nicht von Vollständigkeit und Mischformen sind auch möglich.

Sei positiv!

Sonja & Ute