6 x Solidarität oder  Stell Dir vor es gibt Corona und keiner geht hin …

Ausnahmezustand!

Unglaublich! An so etwas habe ich nie gedacht. Man ging es mir gut bisher. Das sitzen wir nun mitten in der Corona-Krise und versuchen heil durch zukommen. Hoffentlich mit allen unseren Freunden und Verwandten. Zuerst schien dieses Corona so weit weg.

China … Wen kennt man schon aus China. Ich zumindest nicht wirklich. Sonja schon eher. Die Firma für die sie arbeitet, produziert in China. Und da fängt es an.

Unsere wunderbare Globalisierung. Ich liebe sie. Die Möglichkeiten, die wir dadurch haben – Freiheit, Offenheit und Vielfalt. Ich war auch schon mal in China – während der olympischen Spiele. Es ist halt weit weg, dieses China.

Dann hört man von dieser KrankheitCorona. Man hört, dass sie sich schnell ausbreitet in China. Die Chinesen sollen zu Hause bleiben und dürfen nicht mehr ausreisen bzw. in viele Länder nicht mehr einreisen. Und während man das so hört, ist Corona schon längst hier.

Und dann ging es in meinen Augen rasend schnell, dass Corona so nah war und dass wir uns im Ausnahmezustand befinden.

  • Alle Schulen geschlossen.
  • Kindergärten und Kindertagepflege geschlossen.
  • Zudem noch die Einrichtungen der außerschulischen Bildung und Erwachsenenbildung geschlossen.

Tja, und dann stehe ich da: 3 Kinder zu Hause und beim Arbeitgeber Ausnahmezustand.

Eine Herausforderung …

… ist, dass mal wieder nichts läuft wie geplant.

Da habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich mich organisiere, wie ich das Jahr gestalte und welche Projekte ich wann wie umsetze und jetzt wird alles über den Haufen geworfen. Da wird die Koordination von Teilzeitberufstätigkeit, Teilzeitselbstständigkeit, ehrenamtlicher Gründung einer Kindertageseinrichtung und Muttersein von drei Kindern komplett aus der Bahn geworfen.

Bisher hatte ich drei Einrichtungen mit denen ich mich ganz gut arrangiert und organisiert habe und jetzt … Jetzt stehe ich vor der Herausforderung drei Kinder zu Hause zu betreuen ohne die Möglichkeit auf Spiel, Spaß und Erlebnis außerhalb des Hauses.

 Jegliche Unterstützung durch die Großeltern wäre ein Risiko für diese – zumal ich in einem Gebiet lebe mit relativ hohen Fallzahlen. Nebenbei muss ich noch Homeoffice machen, denn das Risiko der Kinderbetreuung trage arbeitsrechtlich ich und die Arbeit muss ja auch erledigt werden.

Ach ja und dann sieht die Schule es so, dass keine Ferien sind und die Eltern das machen können, da sie sowieso mit ihren Kindern zu Hause sind. Kein Problem ich bin aktuell also Lehrerin, Erzieherin, Tagesmutter, Mutter und Mitarbeiterin eines Bildungsträgers gleichzeitig.

Ich muss noch dazu sagen, dass niemand dem Tag mehr Stunden gegeben hat und an die Eltern auch keine lustigen Mittelchen verteilt wurden, um diese Zeit zu überstehen.

Alles kein Problem!

Ich liebe meine Kinder und ja, ich kann auch mehrere Wochen mit ihnen verbringen. Es gibt da manchmal echt gehässige Kommentare gegenüber Eltern. Die große Schwierigkeit des Einkaufens ist gerade auch ein beliebtes Thema in den Medien.

  • Wieso kommen Eltern bloß auf die Idee mit ihren Kindern einkaufen zu gehen?

Kurz mal nachdenken: Betreuungseinrichtungen für Kinder sind geschlossen. Sozialkontakte sollen vermieden werden, also keine Großeltern, Nachbarn, Freunde oder ähnliches können eingespannt werden. Und dann arbeitet ein Partner im Krankenhaus oder an anderer relevanter Position.

Kniffelig! Und, wir Eltern haben ebenso wie andere Menschen nur einen gewissen Energiehaushalt. Einkaufen ohne Kinder macht viel mehr Spaß, ist aber manchmal nicht leistbar.

Zwei Wochen Urlaub oder drei mit meinen Kindern sind anstrengend, aber schön. Kinder sind halt anstrengend. Das Schöne am Urlaub ist, dass es Vergnügungsangebote und Vergnügungseinrichtungen gibt, die Familien besuchen können.

Diese Angebote und Einrichtungen stillen den Wissendurst und den Bewegungsdrang der Kinder. Das habe ich vorhin vergessen bei meiner Aufzählung ich mache jetzt auch noch in Veranstaltungsplanung und Angebotsgestaltung für Kinder, denn ich gehöre zu den Eltern, die den Fernseher, das Handy und Spielekonsolen nicht für die besten Dauerbespaßungsmethoden halten.

Selbst Schuld – ich weiß. Der Wissensdurst meines schulpflichtigen Sohnes hört leider immer dann auf, wenn ich mit ihm die Schulmaterialien bearbeiten möchte – ein absolutes Reizthema. Allerdings bin ich beruhigt, dass es offensichtlich nicht an mir liegt, sondern an den Materialien. Meine eigens hinzugezogenen Materialien sind dann doch besser angenommen worden.

Nur der Sportunterricht ist bisher etwas zu kurz gekommen, aber da habe ich jetzt etwas gefunden, das meinen Kindern gefällt. Mit SpoSpiTo kommen Kinder in Bewegung und hier gibt es ein Memory mit Bewegung:

SpoSpito - bewegtes Memory

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Gar kein Problem also als Lehrerin tätig zu sein, während zwischendurch das Telefon klingelt, weil eine Arbeitskollegin eine Frage hat – ich bin ja gleichzeitig im Homeoffice. Dann muss ich meinen Job als Erzieherin dazwischen schieben, da der 4-jährige ein dringendes Problem zu klären hat und nebenbei noch zum Einsatz als Tagesmutter kommen, da die fast 2-jährige gerade versucht die Schulmaterialien vom großen zu Klauen.

Herrlich dieses ungeplante Leben voller Überraschungen als Mutter. Ich finde ein gewisser Zynismus ist angebracht.

Ich wünsche mir an dieser Stelle mehr Verständnis von Mitmenschen, wenn ich mit meinen drei Kindern spazieren gehe. Meine Kollegen haben – zum Glück – bisher alle gut reagiert und Verständnis gezeigt. Von Freunden höre ich, dass es anders sein kann.

Positiv Denken ist angebracht!?

Auf meinem Handy poppen den ganzen Tag abwechselnd lustige Nachrichten über Toilettenpapier auf und dem Aufruf zu Hause zu bleiben. Mein Kopf spielt so langsam verrückt bei den ganzen Nachrichten, die mein gesunder Menschenverstand schon bald nicht mehr fassen kann.

  • Ist es jetzt wirklich richtig Panik zu machen?
  • Müssen wir tatsächlich alle Sozialkontakte meiden?
  • Oder übertreiben wir es und Corona wird uns erreichen – es ist nur eine Frage wann?
  • Steht uns eine Ausgangssperre bevor, die das Leben noch mehr einschränkt?

Ich habe seit 7 Tagen kaum Sozialkontakte. Meine Kinder habe ich 24 Stunden um mich herum. Die beängstigenden Nachrichten von ansteigenden Fällen gehen nicht zurück.  Die Informationen über das weitere Vorgehen und die weitere Entwicklung sind unberechenbar und unvorhersehbar. Nichts ist planbar und das hier in Deutschland …

Aggressiv machen mich die Nachrichten von den Menschen, die jetzt endlich Zeit haben ihr Haus auszumisten, Projekte anzugehen, die schon lange liegen und sich einfach auf dem Sofa entspannen können.

Bei mir ist Woche eins von fünf rum und ich habe das Gefühl ich drehe durch. Selten habe ich mich so gestresst gefühlt: wenn ich mein Handy irgendwo hinlege, dann weiß im nächsten Moment nicht mehr wohin und verbringe viel Zeit damit es zu suchen. Eindeutig ein Zeichen von Stress.  

Ich gönne es allen, die es genießen können. Denn all diese Nachrichten und Informationen, die derzeit umgehen, reichen für Stress. Viele von uns können die derzeitige Situation gar nicht richtig einschätzen oder verstehen.

Es ist nun einmal so.

Und wir müssen mit dem Leben, was wir gerade zu bewältigen haben. Denn wir können immer nur im Jetzt und Hier etwas ändern. Die Vergangenheit ist nicht zu ändern …

Zwei Tage im Leben

​Vielleicht ist genau dies der Zeitpunkt, um für die eigene Entspannung zu sorgen und mit Meditation anzufangen:

Einsamkeit, Meditation

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Das richtige Tun

Mit Sicherheit haben einige Mitmenschen ein Problem damit sich an staatliche Vorgaben zu halten. Schließlich leben wir in einer Demokratie und es gibt immer diejenigen, die der Meinung sind, dass sie es besser wissen, als die Experten oder die Mehrheit.

Hauptsache dagegen. Grundsätzlich finde ich das auch gut, denn ohne die Querdenker und Aufmüpfigen wären wir nicht da, wo wir heute stehen.

Dennoch ist es jetzt wohl unangemessen. Ich muss aber zudem sagen, dass sich meine Meinung und Einstellung ständig ändert. Woran das liegt? Ich bin kein Virologe. Ich kann die Situation nicht überblicken.

Kurzum: ich muss mich auf andere – die ich nicht kenne – verlassen. Darüber hinaus wird mir durch die Einschränkungen ein Stück Lebensqualität genommen. Und wenn ich ganz extrem denke, dann gehöre ich auch nicht zur Risikogruppe.

Vielleicht denke ich dann noch weiter und meine, dass es ja ausreicht, dass ich mich nicht mehr mit Angehörigen und Freunden aus der Risikogruppe treffe und damit habe ich alles richtig gemacht. Alles eigenständig durchdacht und entschieden. Ich bin ein mündiger Bürger und möchte mich genau so verhalten.

Jeder tut, was er für richtig hält

Super! Grundsätzlich bin ich da voll dabei. Allerdings haben einige dabei vergessen, dass genau das unsozial ist.

Genau jetzt an dieser Stelle ist es wichtig zu tun, was sozial ist und an alle anderen Mitmenschen zu denken. Denn, wenn wir erwarten, dass sich die Menschen aus den Risikogruppen schon selbst schützen und die Menschen aus der Nicht-Risikogruppe somit einen Freifahrtschein haben, dann sind wir schneller mit der Entwicklung von Corona als die Chinesen.

Solidarität ist, wenn ich immer an meine Mitmenschen denke. Also, bei jeglichem Erkältungssymptom noch vorsichtiger werde, da ich vielleicht nicht weiß, von wem ich es bekommen habe, aber es dennoch da ist. Ich meine Sozialkontakte auf einige wenige enge Kontakte beschränke – denn diese Kontakte haben auch noch mehr Kontakte und alleine das potenziert sich ganz schnell.

6 x SOLIDARITÄT

Das ist jetzt das große Stichwort. Unsere Regierung hat es schon den Firmen und Selbstständigen zugesagt. In vielen Städten gibt es bereits Bewegungen, durch die Menschen aus Risikogruppen unterstützt werden.

Medizinisches Personal benötigt jetzt Unterstützung. Freundlichkeit beim Einkaufen im Umgang mit dem Personal, Eltern und Kindern, aber auch allen Mitmenschen ist angebracht. Keine Panik machen und Vorräte kaufen, die für die nächsten zwei Monate halten. Auch nach Corona werden wir nicht mit Klopapier bezahlen können.

Johannes Hartmann schrieb 1981 das Graffiti: „Stell Dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Ich würde jetzt gerne eines schreiben: „Stelle Dir vor, es gibt Corona, und keiner geht hin.“

Wie schnell hätten wir diese Situation gebändigt.

Tu dies für alle aus den Risikogruppen.

Tu dies für alle Kinder, die ihre Spielkameraden und Freunde nicht treffen können.

Tu dies für alle Eltern, die derzeit einer enormen Belastung ausgesetzt sind.

Tu dies für alle Selbstständigen, die viele Umsatzeinbußen haben.

Tu dies für unsere Wirtschaft, damit nicht noch mehr Unternehmen Pleite gehen.

Tu dies für dich selbst und  deine Freunde, denn wenn dies noch länger dauert, bist du schneller betroffen als du denkst. Und, wenn es nicht die Gesundheit ist, dann ist es vielleicht dein Job der weg ist oder der deiner Freunde.

Also, hier die Verhaltensempfehlungen: INFEKTIONSSCHUTZ

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Lebe positiv!

Sonja & Ute


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