3 einfache Wege aus deiner negativen Denkfalle!

Es ist mal wieder passiert. Ich habe mich in meine negative Gedankenwelt eingestrickt. An dieser Stelle sage ich ganz bewusst „meine Gedankenwelt“, denn die Realität ist, was uns unsere Gedanken vorspielen. Es gibt keine neutrale Realität. Jede Realität ist beeinflusst von unseren Gedanken, Erfahrungen und Gefühlen.

Geschlossene Türe - sei positiv

Naja, unter den derzeitigen Bedingungen ist es kein Wunder, wenn es mir schwerfällt positiv zu sein. Dieses ganze Corona und was das mit der Gesellschaft macht, wie es unser alltägliches Leben durcheinander bringt … Oh, ja, im Leben einer Mutter mit drei Kindern hat dieser kleine Virus ganz schön viel Staub aufgewirbelt und all meine Pläne für dieses Jahr über den Haufen geworfen.

Wie geht es dir damit? Waren deine Pläne für dieses Jahr auch ganz anders? Ich denke mal, das geht jedem so …

Jetzt ist genug mit der Fremdbestimmung. Ich möchte wieder meine eigenen Entscheidungen treffen und mein Leben selbst in die Hand nehmen. Also, habe ich festgestellt, dass ich drei Dinge abstellen muss, damit ich rauskomme aus meiner Denkfalle.


1. Meckern und aufregen abstellen!

Irgendwie macht es auch Spaß sich aufzuregen über das, was andere so machen – falsch machen. Gestern schrieb mir ein Freund eine Nachricht: „War heute im Gottesdienst. Maskenpflicht während des Gottesdienstes. Bin jetzt im Kino mit den Kindern. Keine Maskenpflicht. Kinos werden ab Montag geschlossen, Gottesdienste dürfen weiter sein.“

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber über diese ganzen Entscheidungen, die da gerade wegen der Coronasituation getroffen werden, kann ich mich total aufregen. Ich kann sie nicht nachvollziehen.

Wieso welche Entscheidungen wie getroffen werden, ist für mich nicht schlüssig. Aber, was hilft es mir, wenn ich mich aufrege? Gar nichts. Ich kann gegen diese Entscheidungen nichts machen.

Auch im Alltag gibt es viele Situationen über die ich mich gut aufregen kann und die meisten Anstöße liefern meine Arbeitskollegen.

Ein Beispiel: Seit über einem Jahr bin ich aus der Elternzeit zurück und ich habe immer noch kein klar umrissenes Arbeitsfeld bekommen. Zudem ändert sich das ständig. Manchmal ändert es sich auch, ohne das es mir erzählt wird, sondern in dem mir andere Kollegen erzählen, dass es jetzt anders entschieden wurde.

Da kann ich mich wunderbar aufregen, denn es ist total doof, wenn man schon anfängt sich mit etwas zu beschäftigen und dann alles umsonst war. Zudem ist es absolut unbefriedigend keinen klaren Zuständigkeitsbereich zu haben und immer nur dort einspringen zu müssen, wo es gerade brennt.

Das frustriert und wenn da ich dieser Frustration an mehreren Tagen in der Woche bewusst ausgesetzt bin, trägt es nicht dazu bei, meine Stimmung zu heben.

Und wenn ich von so viel Negativität umgeben bin, dann kreisen meine Gedanken in diesem negativen Pool. Es sind so viele Dinge, die ich nicht beeinflussen kann.

Ich kann nicht beeinflussen, was die Politik entscheidet und ich kann die Unentschlossenheit meiner Vorgesetzten nicht beeinflussen. Wie komme ich da raus?

Mit Gelassenheit.

Der Theologe und Philosoph Reinhold Niebuhr sagte mal: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Manchmal brauche ich eine Zeit um zu erkennen, dass ich etwas nicht beeinflussen kann und dass es gerade an der Zeit ist, gelassen mit etwas umzugehen. Ich habe für mich festgestellt, dass es wichtig ist, es irgendwann zu erkennen und es gar nicht hilft sich von den schlechten Gedanken einfangen zu lassen.

Denn das, was ich immer ändern kann, ist mein Denken.

Wie ich über etwas denke, das habe ich in der Hand.

Mein Tipp: Höre auf mit Meckern und ändere dein Denken! Lege es in die Hand Gottes oder des Universums oder an wen oder was auch immer du glaubst. Und glaube daran, dass es gut wird. 


2. Nach einem Schuldigen suchen

Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den letzten Wochen und Monaten Diskussionen und Gespräche darüber geführt habe, wer denn an dem Coronavirus schuld ist.

Ich möchte diese absurden Gedanken und Verschwörungstheorien, die mir dabei untergekommen sind, hier keinesfalls darstellen. Aber ich denke, dass auch du bereits davon gehört hast und wahrscheinlich auch schon ein Gespräch dieser Art geführt hast.

Im Coronafall geht es mir gerade nicht so, dass ich nach einem Schuldigen suche. Aber, wenn meine Kinder sich streiten, ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich versuche herauszufinden, wer wohl schuld ist an der Situation.

Dabei ist diese Suche nach dem Schuldigen gar nicht sinnvoll, denn sie trägt keinen Schritt dazu bei, eine Lösung für das Problem zu finden. Wenn ich nach Schuld suche, dann bin ich rückwärtsgewand, dann versuche ich nicht mit meinem Problem weiterzukommen, sondern suhle mich in negativen Gedankengängen.

Die Suche nach einem Schuldigen trägt kein Stück zur Lösung eines Problems bei. Es ist viel wichtiger nach der Lösung für das Problem zu suchen und nicht zu diskutieren woher das Problem kommt.

Für mich ist das wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei und wer wohl zuerst da war. Ich kann für jede Seite ein paar Argumente bringen und Ideen haben, warum das so ist, aber was hilft mir die Antwort auf diese Frage?

Wenn ich bei meinen Kindern in einem Streit nach dem Schuldigen suche, dann endet das fast immer mit einem Kollateralschaden. Eines meiner Kinder ist am Ende sauer oder enttäuscht, dass ich nicht erst gefragt habe, was los ist, sondern direkt in der Schuldfrage stecken geblieben bin.

Es ist nicht so einfach aus dieser Situation herauszukommen und etwas Positives daraus zu machen. Denn jeder Mensch hat Angst die Schuld für etwas zu bekommen und somit den „schwarzen Peter“ zugeschoben zu bekommen.

Denn der „schwarze Peter“ bedeutet so etwas wie den Ausschluss aus der Gemeinschaft und das ist emotional sehr hart. Deshalb ist es viel besser gar nicht erst nach dem Schuldigen zu suchen, sondern das Problem zu finden. Und eine Lösung für das Problem zu finden.

Eine Diskussion über Schuld ist immer kontraproduktiv.

Tipp: Diskutiere nie über die Schuld, sondern stelle die Frage nach der Lösung und wie ein Fehler oder eine schwierige Situation zukünftig vermieden werden kann.

3. Über Negatives reden

Seltsamerweise reden Menschen mehr über schlechte Dinge, als über das Gute, das ihnen passiert. Das liegt vielleicht auch in der Natur des Menschen, denn erst einmal reagieren wir mit Abwehr und Angriff.

Unsere Instinkte lassen es schwerlich zu, dass wir instinktiv reagieren mit „alles ist toll“. Es hat schon seinen Grund, warum wir nicht alle von Natur aus positiv sind – dann wären wir alle bereits vom Säbelzahntiger gefressen worden.

Dennoch bin ich manchmal erschüttert, dass ich schon so viel weiter bin, als die Menschen zur Zeit der Säbelzahntiger und ich dann doch wieder mal mit Abwehr und Angriff reagiert habe.

Wenn du dich im inneren Gleichgewicht befindest, dann kannst du überlegter und ruhiger an Situationen herangehen. Ist der Stresspegel allerdings schon relativ hoch, dann ist Abwehr und Angriff häufig die schnellste Reaktion.

Das kennst du bestimmt auch.

Da bin ich bei der Arbeit total beschäftigt und dann kommt eine wichtige Information rein. Ich habe keine Zeit alles zu durchdenken, da ich vom Arbeiten her gerade gedanklich in etwas anderem gefangen bin.

 Also, nehme ich die Information, setze alle Kollegen in den Verteiler, kommentiere die Information halbherzig und weg damit …

Wenige Sekunden später bekomme ich bereits eine Info meiner Chefin, dass  das wohl nicht richtig war. Okay, kann passieren.

Aber meine Chefin vergisst in letzter Zeit ebenfalls vieles und ist unzuverlässig. Seit Tagen möchte sie etwas mit mir besprechen, scheint aber noch nicht einmal die Zeit zu haben, einen Termin mit mir zu vereinbaren.

Da klingelt das Telefon. Meine Chefin. Jetzt bekomme ich auch noch persönlich mitgeteilt, dass meine Mail von eben ein Fehler war. Da sind wir mal wieder bei dem Thema einen Schuldigen suchen und das bin in dem Falle ich.

Da sitze ich ganz schnell oben auf der Palme, muss mich zur Nettigkeit zwingen durch kurze Sätze und befinde mich gleichzeitig im Angriff und in der Abwehr – verbal. Der Säbelzahntiger – meine Chefin – erwischt mich gerade voll auf dem falschen Fuß, der Frust der angespannten Arbeitssituation muss halt irgendwann mal raus. Nicht gerade professionell von mir.

Wie gesagt, Instinkte – da ist es vollkommen egal, welche berufliche Qualifikation dahinter steht. Wenn der Säbelzahntiger anklopft, dann kommt der Krieger raus.

Das Schlimme an solchen Situationen … mich beschäftigen sie meistens noch eine ganze Weile. Ich wiege mich zwischen, war keine so gute Umgangsweise und das musste mal raus,  hin und her.  Meine negativen Gedanken haben mich dann voll im Griff.

Ich versuche die Ursache zu finden, was ebenso kontraproduktiv ist und alles nur noch schlimmer macht. Und dann rede ich mit Freunden und meinem Mann und rege mich über das blöde Verhalten meiner Chefin auf. Was alles nur noch schlimmer macht und mich nur noch tiefer in das negative Denken spült.

Helfen tut das gar nicht.

Tipp: Sei dankbar für das, was du hast. Und wälze deine negativen Erfahrungen nicht hin und her. Spreche maximal einmal darüber.

Das klingt irgendwie unpassend. Aber ich denke es hilft. Ich kann mich nicht selbst zwingen positiv zu denken.

Dennoch kann ich mit einigen Tricks mein Denken beeinflussen. Wenn ich in einer schwierigen Situation bin, dann frage ich mich, wofür ich dankbar bin und konzentriere mich auf diese Punkte.

Und ich kann für so vieles dankbar sein.

Ich habe einen Job, der mir monatlich Geld auf mein Konto bringt. Ich habe eine tolle Familie, die mich immer in Aktion hält. Ich habe gute Freunde, mit denen ich mein Leben teile. Und vieles mehr.

Und, wenn ich mir all das ansehe, dann weiß ich, dass es mir ganz schön gut geht. Wofür kannst du dankbar sein?

Sei positiv!

Sonja & Ute


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